Leben in Mexico City

Sechs Monate lang haben wir in Mexiko Stadt, dort einfach CDMX (Ciudad de México) , gelebt, gearbeitet und unseren Lebensmittelpunkt gehabt. 

Die Stadt hat wahrscheinlich mit den schlechtesten Ruf den man so haben kann: Smog, Kriminalität, viel zu viele Menschen, Dreck, und dann noch nicht einmal am Meer gelegen.

Viel mehr als das wussten wir auch nicht, als wir dort ankamen, aber wir haben die Stadt schneller lieben gelernt als wir uns hätten träumen können.

Ja, die Stadt ist riesig und ja, dort zu leben ist wie jeden Tag 6 Zigaretten zu rauchen (Shanghai übrigens wie 65 Zigaretten). Aber das war es auch mit dem Negativen. Vor allem ist CDMX eine Weltmetropole, mit allem was das mit sich bringt. 

Gelebt haben wir in Roma Sur, was man auch ausnahmslos empfehlen kann. Die Stadtteile Roma und Condesa sind die hipsten Viertel der Stadt. Hier konzentrieren sich Cafés, Bars, Galerien, Boutiquen — und eben Hipster. Der angenehme Unterschied zu Hipstervierteln in Europa oder den USA ist, dass es für uns trotzdem bezahlbar ist: Ein Cappuccino (den man überall aus top modernen italienischen Maschinen bekommt) kostet im Café zwischen 1,50 und 1,80€, ein Essen im hippsten Restaurant 7 € und ein Tacco am Straßenstand daneben 30 Cent. Und gerade das haben wir lieben gelernt in Mexiko: Man kann für 3€ ein super Essen bekommen, aber trotzdem danach einen Espresso wie in Italien. Also: Wer schon immer mal das Hipsterleben leben wollte aber sich immer gefragt hat wie man sich das leisten soll: Auf nach CDMX. 

Dass es ein grenzenlosestes Kultur– und Partyangebot gibt versteht sich bei so einer Stadt ja von selbst. Uns wurde es jedenfalls nie langweilig.

Natürlich ist das Leben wie wir es führen durften in dieser Stadt ein Privileg, denn sie steckt voller Gegensätze. In manchen Gegenden hat jede Familie einen oder zwei Fahrer, anderswo sieht man Armut wie es sie in einem Land wie Mexiko eigentlich schon lange nicht mehr geben dürfte. Am krassesten merkt man das im Stadtteil Santa Fe: Hier stehen große moderne Bürotürme und Apartment Komplexe direkt neben kleinen Backsteinhütten, die man sonst eher in Bolivien als in Mexiko erwartet. Santa Fe ist so ziemlich das krasseste an schlechter Stadtplanung was man erleben kann, aber es zeigt eindrucksvoll die Spannung die in dieser Stadt herrscht. Allgemein ist in Mexiko Stadt wenig geplant und viel einfach gebaut. Der öffentliche Nahverkehr ist zwar vorhanden und es gibt sogar eine Metro, aber die ist so voll dass man immer einige Züge abwarten muss bis man einsteigen kann. Jeder Mexikaner der es sich irgendwie leisten kann fährt Auto — Mit dem Ergebnis dass es nirgendwo auf der Welt mehr Stau gibt als hier. Gleichzeitig gibt es aber mittlerweile ein Fahrradleihsystem das super funktioniert (1000x besser als z.B. in München) und oft ordentliche Fahrradwege. Simeon ist jeden Tag problemlos mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Das ist noch so eine Mexiko Erfahrung: Manchmal fehlt es an den Basics: Trinkwasser aus der Leitung, organisierte Müllabfuhr, gute Straßen. Aber dafür gibt es selbst an den entlegensten Orten besseres Internet als in Deutschland, fährt man in Mexiko Uber, kann überall mit Karte zahlen und die Startup Szene von CDMX muss sich vor niemandem verstecken. Mexiko Stadt ist ein Ort der krassen Gegensätze, aber vor allem ein Ort an dem man einfach gut leben kann. Vielleicht nicht für immer, aber für die sechs Monate war es für uns die perfekte Stadt. Ja, wir haben den Englischen Garten, allgemein die Parks und Berge von München vermisst. Aber wir werden genauso wahnsinnig viel vermissen wenn wir wieder in Deutschland sind: Das billige und leckere Essen, zu jeder Tageszeit und jeden Tag einkaufen, Mangos, Papayas und Avocados überall, spontane Parties ohne dass die Nachbarn die Polizei rufen, Uber, Menschen aus ganz Lateinamerika und eine grenzenlose Offenheit gegenüber uns als Ausländern. CDMX, wir vermissen dich jetzt schon.

 

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