Cerro Hermoso

Von Puerto Escondido aus sind wir, ohne viel zu wissen, nach Cerro Hermoso gefahren. Auf Google Maps ist ein kleineres Dorf mit Straßen eingezeichnet, in Wirklichkeit sind es ein paar Hütten am Strand, mehr nicht. Aber es ist wunderschön. Den Strand haben wir fast für uns alleine. Bei einer Familie,die ein Strandrestaurant (also Stühle und Tische auf dem Sand) betreibt, dürfen wir kostenlos campen und die Toiletten benutzen, dafür essen wir bei Ihnen jeden Tag ausgiebig und lecker Fisch und Meeresfrüchte. Alle sind zufrieden. Die zwei Söhne (17 und 22) wollen abwechselnd Flora heiraten und erzählen uns es gibt im Meer Haie und Krokodile. Aber eigentlich reden sie den ganzen Tag nur über Sex. Wir lassen uns darauf ein und verbringen zwei sehr lustige Tage vor allem mit Nichtstun, lesen, Blog schreiben und Müll reden. A Propos Müll: Lana isst diesen mit großer Freude, genau wie toten Fisch der am Strand liegt. Sie vor der Vergiftung zu bewahren wird hier unsere Hauptaufgabe. Es gibt kein Netz oder Internet und erst recht kein fließend Wasser (dieses kommt aus einem Brunnen neben dem dann mit Chlor das Geschirr gespült wird) und wie lange die Jungs eine Schule besucht haben, haben wir uns nicht getraut zu fragen – und so ist auch das Paradies hier sicher nicht perfekt. Aber für uns und für zwei Tage war es das. Das Gegenteil von Puerto Escondido und obwohl wir es auch dort super fanden auf jeden Fall eine große Empfehlung. Kommt nach Cerro Hermoso! Von hier fängt übrigens auch die Bootsfahrt nach Chacahua an.

Nachtrag: 

Die Nichtperfektion des Paradieses hat sich dann auch in der letzten Nacht nochmals bestätigt: Gegen zwei Uhr hat Lana uns wachgebellt und es gab draußen lautes Geschrei und Lärm. Wir haben nach kurzem Überlegen entschieden ruhig zu bleiben und nicht sofort wegzufahren. Am nächsten morgen stellte sich heraus, dass der ältere Sohn (wohl auf Drogen) nachts von seinen Eltern Geld wollte und ausgerastet ist, mit der Machete einen Tisch kurz und klein geschlagen hat und auf den Vater einprügeln wollte. Das ganze war der Familie natürlich endlos peinlich und uns wurde dann die ganze Leidensgeschichte erzählt. Ein Familiendrama wie es sie wahrscheinlich überall auf der Welt gibt. Aber so mitten drin zu sein war trotzdem heftig, und wir waren froh dass wir sowieso an diesem Morgen weiter nach Mazunte wollten.

Trotz alledem waren die Leute wahnsinnig freundlich, hätten uns nie um auch nur einen Peso betrogen geschweige denn ein Haar gekrümmt. Und uns wurde versprochen: Wenn wir das nächste mal (laut ihnen natürlich mit mindestens einem Kind) wiederkommen, ist der Sohn wieder auf dem richtigen Pfad. Wir hoffen es für sie!

Schaut in der iOverlander App nach „Hotel El Dorado“ in Cerro Hermoso.

Koordinaten: 15.97025, -97.53515

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