Vulkan Acatenango

Einem Welpen sollte man definitiv nicht zu viel zumuten, heißt es, keine zu langen Spaziergänge und viel Routine. Nun ja, Routine hatte Lana mit uns ja sowieso noch nie, aber zumindest an ersteres hatten wir uns bisher einigermaßen gehalten. Bis Irgendwer auf die Idee kam diesen Vulkan zu besteigen. 

Antigua, das muss man dazu wissen, liegt von vier Vulkanen umgeben, von denen zwei noch aktiv sind. Diese sind auch der Grund, weshalb die Stadt nicht mehr Hauptstadt des Landes ist: Zu oft musste sie neu aufgebaut werden. Und erst im März diesen Jahres starben beim Ausbruch des Vulkans Fuego 80 Menschen in Dörfern am Vulkan durch eine Schlammlawine. Gleichzeitig sorgen die Vulkane für fruchtbare Böden und ziehen Touristen an und sind so, wie überall, Fluch und Segen zugleich.

Wir jedenfalls wollten, wie die meisten Touristen, den inaktiven Vulkan Acatenango besteigen. Dessen Reiz liegt vor allem darin, dass er einen perfekten Blick auf Fuego und dessen Rauchwolken und Funkenflug bietet. Nach dem wir uns entschlossen hatten, Lana tatsächlich mitzunehmen (eigentlich hatten wir nicht wirklich eine Wahl) ging es morgens los mit dem Bus und dann 5 Stunden zu Fuß zum Basecamp. Wir hatten super Guides und eine nette und ziemlich sportliche Gruppe, unter anderem mit einem Briten der kürzlich den Ärmelkanal durchschwommen hat. Im Basecamp angekommen gab es genau gar nichts zu tun außer die Aussicht zu genießen – und das hat völlig gereicht. Feuer speien wollte Fuego zwar leider nicht, aber uns haben das Grollen und die Rauchwolken auch gereicht. Nach einer kalten, kurzen Nacht im Zelt ging es um 4 Uhr morgens auf den Gipfel. Wir waren tatsächlich die ersten dort oben. Und der Sonnenaufgang über den Vulkanen hat uns die Kälte und den Wind fast vergessen lassen. Okay nein, eigentlich war es so bitterkalt, dass viele so schnell wie möglich wieder absteigen wollten, aber das klingt irgendwie nicht so schön. Jedenfalls war es nach dem Sonnenaufgang sehr erträglich, Fuego spuckte noch ein paar ordentliche Rauchwolken und nach kurzem Frühstück ging es zurück ins Tal. Der Abstieg war mehr ein einziges hinunter rutschen und entsprechend schnell und spaßig. Auch nach drei mal Waschen haben wir noch Erinnerungen daran in Form von Steinchen und Asche in unseren Socken gefunden. Lana ist übrigens 3 Stunden mit hochgelaufen, den Rest hat sie sich sehr schick tragen lassen. Den Abstieg von ganz oben bis ins Tal hat sie auch wieder alleine gemeistert. Alleine war sie übrigens damit nicht: Auf dem Vulkan leben einige Straßenhunde, die dort jeden zweiten Tag mit den Touren hoch und wieder runter wandern und nebenbei von Lagerfeuer und Essensresten profitieren.

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